Gärtnern für kleine Menschen
Früher konnte man mich mit Gartenarbeit jagen – wöchentlich habe ich den Rasen bei meinen Eltern gemäht, aber Unkraut zupfen und alles Drum und Dran hat mich abgeschreckt. Ich habe sogar steif und fest behauptet, wenn ich mal ein Haus habe, dann gibt es nur Rasen – keine Beete.
Diese Einstellung änderte sich, als ich vor ein paar Jahren in einer Wohnung im 3. Stock lebte, zu der ein riesiger Garten nur für mich gehörte. Ich hatte ein richtig nettes Palettensofa, ein tolles Beet und einen Rasen. Da entdeckte ich meinen grünen Daumen, weil ich mich um den Garten kümmern musste. Ich war überrascht, wie gut es tat, abends noch ein bisschen hier und da zu zupfen und sich daran zu erfreuen, wie die Dinge, die man gesäht hatte, immer besser gediehen.
Ich bekam sogar ein Hochbeet geschenkt und baute es mit tatkräftiger Unterstützung in meinen Garten, strich es grau und baute mein eigenes Gemüse an. …ach, und ein Tomatenhäuschen hatte ich auch und erntete täglich leckere kleine Tomaten.

Seither habe ich immer mehr dazu gelernt und immer mehr Freude daran gefunden.
In unserem Eigenheim gab es zunächst fast ausschließlich grässliche Lavasteinbeete – muss man nicht verstehen, abgesehen von der unnötigen Pflege – schön ist etwas Anderes.
Ich habe schnell bei unserem ortsansässigen Gartencenter, damals noch mit meinem Kleinen in der Trage, eingekauft und ein bisschen Frühling in die Lavabeete einziehen lassen.
Mittlerweile ist auch der letzte Rest Lavamulch verschwunden und Lavendel und andere bienen- und hummelfreundliche Blumen durften in unseren Garten einziehen.
Auch ein wundervolles Tomatenbeet hat mein Mann mir im letzten Jahr zum Geburtstag gebaut und wir konnten Massen an Tomaten ernten.

Trotzdem fehlte mir immer noch mein Hochbeet und der „Gemüseanbau“. Um mit unserem Kleinen zu beobachten, wie aus kleinen Samen irgendwann Pflänzchen und dann essbares Gemüse werden, habe ich mit ihm schon im März Samen in Gemüseerde gesäht und sie erst unter dem Dachfenster in der Sonne vorgezogen. Irgendwann haben wir die kleinen Setzlinge in Balkonkästen umgesetzt, damit sie mehr Platz hatten.


Dann habe ich eine tolle Seite entdeckt und ein Kinderhochbeet gefunden, welches allerdings ehrlich gesagt (wer die Maße liest, ist klar im Vorteil 😉 ) als es auf den Bildern aussah. Als es ausgepackt war, war die Vorfreude so groß, dass wir uns von der Höhe nicht haben abschrecken lassen. Es wurde aufgebaut und mit Noppenfolie verkleidet.

Nun waren wir startklar – Gemüseerde rein und dann durften unsere Möhren, rote Beete, Blumenkohl und Gurkenpflanzen einziehen.

…auf einmal stellten wir Lochfraß in den Blumenkohlblättern fest. Was war der Grund? Die schönen Schmetterlinge – Kohlweißlinge, hatten Eier gelegt und die geschlüpften, hungrigen kleinen Raupen bedienten sich. Wir haben beschlossen, dass die Raupen lieber umziehen sollten und haben die Eier zusätzlich entfernt. Die viele Sonne und nun auch noch der entspannende Regen haben ihr Nötiges dazugetan und nun wächst und gedeiht alles prächtig.

Wir sind gespannt, wann wir die erste Gurke ernten können. Wir werden berichten.
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